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Mike und die Quarantäne-Burger

„Wenn mir vor Wochen jemand gesagt hätte, dass ich nicht in die Schule gehen darf, hätte ich laut gejubelt. Jetzt aber geht es mir auf die Nerven, hier herumzusitzen – es macht mir sogar Angst. Dabei bin ich gar nicht krank!“ Mike war sauer. Er langweilte sich wie noch nie in seinem Leben. Das dachte er jedenfalls.
„Aber du könntest krank werden“, mahnte Mama. „Du weißt doch, wie sehr wir nun alle aufpassen müssen. Wir wollen doch niemanden anstecken, oder?“
Mike wusste genau, dass Mama recht hatte. Aber trotzdem war es doch stinklangweilig. Am Schlimmsten aber war, dass er seine Freunde nicht treffen durfte, denn die saßen, genau wie er, zuhause fest.
„Wie lange dauerte denn diese blöde Quarantäne noch?“, fragte er wohl schon zum dritten Mal an diesem Vormittag.
„Das weißt du doch!“ Mama seufzte. Das tat sie oft in den letzten Tagen, seit dieser gefährliche Virus ins Land gekommen war und alle nun Angst hatten, krank zu werden. „Noch ein paar Tage, wenn wir Glück haben. Mit etwas Pech auch länger.“
„Na ja, die Zeit werden wir auch noch rumkriegen, irgendwie! Schade, dass Oma und Opa nicht zu uns kommen dürfen!“ Zu gern hätte Mike eine Partie „Mensch ärger dich nicht“ mit Opa gespielt. Dabei gewann er nämlich meist und das gefiel ihm sehr.
„Oma und Opa müssen wir besonders schützen. Sie dürfen sich nicht anstecken, denn die Folgen wären für sie weitaus schlimmer als für uns!“
Mamas Blick war nun besorgt, denn die Großeltern waren nicht mehr die Jüngsten und beide kränkelten schon seit Jahren. Mike wusste, dass dieser Virus die Krankheiten der Großeltern verschlimmern könnte und das machte ihm Angst.
„Ich habe Angst!“, sagte er deshalb leise.
„Ich auch, Mike. Wir müssen aber fest daran glauben, dass alles wieder gut werden wird und was wir tun können, werden wir tun. Nämlich: in Quarantäne bleiben, bis nachgewiesen ist, dass wir nicht mehr ansteckend sind und natürlich werden wir auch hier zu Hause ganz besonders gut auf uns achten. Da fällt mir ein, dass ich noch die Gemüsekiste bestellten muss. Hast du einen Wunsch?“
„Pommes und Hamburger und ganz viel Ketchup“, sagte Mike schnell, denn das sagte er immer, wenn Mama nach einem Essenswunsch fragte. Dann lachte er, denn was es ganz bestimmt nicht beim Biobauern gab, genau das: Pommes, Hamburger und Ketchup!
Mama lachte auch.
„Dein Wunsch sei mir Befehl, aber nur, wenn du mir hilfst!“, verkündete sie. Mike schaute sie mit großen Augen an. „Echt jetzt?“, fragte er.
„Klar, wir machen Pommes selbst, backen Hamburger Brötchen mit gutem Vollkornmehl und Rindfleisch liefert uns der Biohof in bester Qualität. Es wäre doch gelacht, wenn unsere Burger nicht megalocker wären!“
„Cool!“ Mike strahlt, klatscht in die Hände und ruft: „Eigentlich ist diese Quarantäne doch nicht ganz so doof. Keine Schule, dafür aber Superpommes und Burger.“

© Regina Meier zu Verl

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Bildquelle 947051/pixabay