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Engelszauber für Miriam
Weihnachtsgeschichte für Senioren zum Vorlesen

war, schlief sie bald unter ihrer Kuscheldecke ein.
„Ob sie sich freut?“, hörte sie plötzlich ein Stimmchen fragen.
„Das Glück hat nicht auf ihrem Gesicht gelegen. Da war es schon lange nicht mehr zu sehen“, antwortete eine zweite leise Stimme.
„Aber sie muss doch wieder einmal Freude empfinden!“ Das erste Stimmchen klang besorgt.
„Ja, das muss sie. Wir werden ihr dabei helfen.“
Miriam seufzte im Schlaf; sie drehte sich unruhig auf die andere Seite.
„Oh, Vorsicht, dass wir sie nicht wecken!“ mahnte das erste Stimmchen, bevor es antwortete: „Hast du vielleicht eine Idee, wie wir das anstellen könnten?“
Das kleine Engelchen sah seine Gefährtin an. „Wir müssen sie für die Zeit begeistern“, flüsterte es.
„Diese Zeit?“
„Ja, die Zeit der Freude und der fröhlichen Feste“, sagte das Engelchen.
„Gute Idee! Ich weiß auch schon, was da zu tun ist: Wir werden singen. Alte Weihnachtslieder, die sie aus ihrer Kindheit kennt. Miriam soll denken, dass es ihre Träume sind, die singen.“
„Ja! Lass mich rasch meine Geige holen. Ich werde ihren Träumen die verlorene Melodie zurückgeben. Geigenmusik ist die Musik der Träume. Sie lässt Kummer und Sorgen vergessen.“
Miriam schlief noch immer tief, als die beiden Engelchen zurückkehrten. Eine wunderbare Musik erklang, die schwebenden Geigentöne mischten sich mit der hellen Stimme des singenden Engels.
Miriam lächelte, ihre Gesichtszüge entspannten sich und auf den Wangen lag ein rosafarbener Schimmer. Als sie später erwachte, fühlte sie sich froher als in den Wochen und Monaten zuvor. So froh, dass sie plötzlich doch Lust verspürte, auf den Dachboden zu gehen und nach der Kiste mit den Weihnachtssternen und Engelchen zu suchen. Seit zwei Jahren hatte sie sie nicht mehr angerührt, und das sollte sich ändern. Heute noch.

© Elke Bräunling & Regina Meier zu Verl

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