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Der Ball auf der Parkwiese
Erzählung zur WM

Eines Morgens lag ein Ball auf der Parkwiese vor dem Rondell, das in die Mitte der Wiese einen Kreis bunter Rosen malte. Den durfte man sich nur von weitem ansehen, denn es war verboten, diesen Teil der Wiese zu betreten. Zum Schutz der Blüten und auch ein bisschen zum Schutz der Menschen, die die Schönheit des Parks liebten und hier ihre Ruhe suchten. Wiesen zum Betreten und Sonnen und Spielen gab es genug andere ringsum.
Und nun lag da dieser Ball genau vor den Rosen. Wer um alles in der Welt hatte ihn dorthin gekickt? Sollte man die Wiese betreten und ihm einen kleinen Kick geben hinüber zu anderen Plätzen, auf denen man spielen, lachen, trampeln und fröhlich sein durfte?
Die Leute blieben stehen, zögerten, wagten es aber nicht, zu dem Ball hinüber zu gehen. Der aber lockte! Fast konnte man meinen, er riefe nach ihnen, wollte gefunden, gekickt werden.
„Ach, was soll’s!“, rief ein älterer Herr. „Dieser Ball sieht einsam aus. Er wünscht sich Gesellschaft.“
„Du großes Kind!“ Seine Frau lachte. „Einsame Bälle gibt es nicht. Was du wieder denkst!“
Der Mann lachte auch. „Er blinzelt uns zu! Ich sehe es genau und deshalb werde ich ihn für ein kleines Spielchen nun holen. Außerdem beginnen heute Abend die Fußballspiele der Weltmeisterschaft. An einem Tag wie diesem sollte kein Ball alleine bleiben.“
„Das Betreten der Wiese ist verboten“, sagte ein Junge, der einen Schulranzen trug. Er deutete auf die Verbotsschilder. „Das steht hier überall geschrieben.“ Und leiser fügte er hinzu: „Und dabei würde ich diesen Ball so gerne mit nach Hause nehmen. Aber das geht leider nicht.“
„Siehst du!“, herrschte die Frau ihren Mann an. „Der Junge ist vernünftiger als du.“
Wieder lachte der Mann. „Ich hole ihn dir“, versprach er dem Jungen. „Ha! Man wird mir schon nicht den Kopf abreißen.“
Er hob das Bein, wollte sich über die Buchshecke am Wegrand hangeln und verlor das Gleichgewicht. Schon lag er mitten im Buchs.
„Auaaa!“ Laut gellte sein Schrei durch den Park. „Mein Fuß! Autsch!“
„Das hast du nun davon!“ Die Stimme seiner Frau klang ungerührt. „Steh auf und komm! Es gibt Wichtigeres zu tun. Fürs Bällekicken bist du wahrlich zu alt.“
„Schade!“ Der Mann warf dem Jungen … und dem Ball … einen traurigen Blick zu und folgte seiner Frau.
Auch die Blicke des kleinen Jungen spiegelten Bedauern wider. Enttäuschung. Für einen Moment schlichen sich sogar ein paar Tränen aus seinen Augen. Der Junge schniefte, dann blickte er wieder auf.
Und da lag auf einmal dieser Ball direkt vor seinen Füßen. Wie er dorthin gekommen war, konnte keiner sagen.
Der Junge staunte. Es war wie ein kleines Wunder. Aber brauchte man nicht ab und zu ein kleines Wunder in Zeiten wie diesen?

© Elke Bräunling

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