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Die „Oster“-Oma
Wie alle halfen, dass sich auch die kranke Oma Klug zu Ostern freuen konnte

Oma Klug ist in der ganzen Straße beliebt. Besonders bei den Kindern. Sogar die Kinder aus der benachbarten Hochhaussiedlung finden sich regelmĂ€ĂŸig bei Oma Klug und ihrem kleinen HĂ€uschen ein, helfen im Garten und lieben es, ihren Geschichten zu lauschen, Kekse zu essen und Saft zu trinken. Oma Klug ist glĂŒcklich, wenn die Kinder kommen, und die Kinder sind glĂŒcklich, wenn Oma Klug Zeit fĂŒr sie hat.
Besonders schön ist es bei ihr vor Festen. So auch vor Ostern. Da nĂ€mlich schmĂŒckt Oma Klug Haus und Garten ganz bunt mit vielen alten und neuen Osterfiguren und FrĂŒhlingsblumen und im Vorgarten steht ein Ostereierbaum. Der hĂ€ngt in der Osterzeit voller selbst bemalter Eier und toller Osterfiguren. Alle Kinder dĂŒrfen beim SchmĂŒcken helfen und auch eigene Eier und Figuren an die Zweige des Osterbaumes hĂ€ngen. Das macht Spaß, und jedes Jahr sieht der Osterbaum anders aus. Eigentlich immer bunter und schöner.
Doch in diesem FrĂŒhjahr stimmt etwas nicht mit Oma Klug. Sie geht nur selten in den Garten. ”Mir geht es nicht so gut, Kinder”, sagt sie. ”Ich muss mich ausruhen.”
Alle sorgen sich, und drei Wochen vor Ostern weist der Arzt Oma Klug ins Krankenhaus ein. Arme Oma Klug!
Wie traurig sind die Kinder da! Doch eines Tages beschließen sie, Oma Klug zu ĂŒberraschen und den Winter aus ihrem Garten zu vertreiben. Viele Nachmittage lang graben und kehren und pflanzen sie, und klar, auch der Ostereierbaum wird kunterbunt geschmĂŒckt. Auch die Erwachsenen helfen, denn Ostern ohne Oma Klugs Ostergarten mag sich niemand vorstellen. Außerdem soll Oma Klug sich freuen, wenn sie nach Hause kommt. Es ist eine Menge Arbeit, doch als Ostern nĂ€her rĂŒckt, lacht der Garten die Leute frĂŒhlingsbunt und festlich an. Toll sieht er aus.
Die Kinder sind stolz auf ihr Werk. Am Ostersamstag wird Oma Klug nach Hause kommen. Ob sie sich freuen wird? Gespannt wie die Flitzebögen beobachten die Kinder, wie das Taxi mit Oma Klug vor dem Haus hÀlt.
Langsam, vorsichtig steigt Oma Klug aus dem Wagen. Ihr Kopf ist gesenkt, die Wangen sind blass. Mit mĂŒden Schritten geht sie auf das GartentĂŒrchen zu. Da, auf einmal, sieht sie den Ostereierbaum und all die anderen Überraschungen, und FreudentrĂ€nen kullern ĂŒber ihre nun nicht mehr so blassen Backen. Dann lĂ€chelt Oma Klug, und lĂ€chelnd winkt sie den Kindern zu, die nun aus ihren Verstecken stĂŒrmen. Die BegrĂŒĂŸung, die folgt, könnt ihr euch vorstellen, ja, und dass es ein tolles Osterfest werden wird, ist klar, oder?

© Elke BrÀunling

Diese Geschichte findest du in dem Buch: Omas Geschichten durchs Jahr

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