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Felix‘ allergrößter Geburtstagswunsch

„Mama, zum Geburtstag wünsche ich mir ein Leise-Laut!“
Frau Sieker schaut ihren Felix verständnislos an.
„Ein was?“
„Na, ein Leise-Laut, darauf kann man wunderbare Musik machen, laut und leise eben.“ Felix grinst und lässt seine Mutter zappeln.
„Kann man das nicht auf jedem Instrument, was meinst du denn für eines?“
Felix holt seine Musikmappe aus der Schultasche und legt sie auf den Küchentisch.
„Komm her, Mama. Ich erkläre es dir mal ganz genau.“
Frau Sieker dreht noch schnell die Herdplatten herunter, damit die Kartoffeln nicht überkochen. Dann setzt sie sich zu Felix.
„Unser Musiklehrer hat uns heute erklärt, woher das Leise-Laut kommt, aus Italien nämlich. Auf Italienisch heißt leise – piano und laut – forte.“
Frau Sieker begreift so langsam, worum es geht.
„Aha, ein Pianoforte meinst du, ein Klavier also!“
„Genau, ich wünsche mir ein Klavier. Herr Winter hat heute so toll gespielt, das möchte ich auch lernen. Wie teuer ist so ein Klavier?“
„Das weiß ich nicht, da müssen wir uns mal erkundigen. Ganz billig ist das nicht, vermute ich.“
„Dann wünsche ich mir zum Geburtstag, zu Weihnachten und zu Ostern so lange nichts mehr, bis ich ein Klavier haben kann.“
„Wir reden später drüber, jetzt wird erstmal gegessen. Rufst du bitte deine Oma, aber forte. sonst hört sie es nicht!“

© Regina Meier zu Verl

Vielleicht hat der Felix Gück und bekommt irgendwann sein Klavier. Wenn er dann fleißig übt, spielt er vielleicht eines Tages auch die Mondscheinsonate, so wie Carla … aber das ist schon wieder eine ganz andere Geschichte.